Shalom Auslander

Eine Vorhaut klagt an

aus dem Amerikanischen von Eike Schönfeld

gesprochen von Alexis Krüger


Shalom Auslanders Jugend ist geprägt von einem schrecklichen Respekt vor Gott. Aufgewachsen „wie ein Kalb“ in einem jüdisch-orthodoxen Umfeld in New York, hatte er sich den göttlichen Gesetzen und Traditionen seines Vaters und der Rabbis unterzuordnen. Über allem thronte dieser Gott, der ihn nicht verstand und der sein Leben zur Hölle auf Erden machte. Auslander erinnert sich, wie er jeden Tag dagegen ankämpfen musste, sich vor Gott zu rechtfertigen, und warum er bis heute Gottes Zorn fürchtet wie den Tod: In der Schule wurde ihm aufoktroyiert, was er essen durfte und was nicht - und in welcher Kombination. Später wurde er beim Klauen von Jeans erwischt und dafür ins Exil nach Israel geschickt, wo er durch intensives Studieren der Tora und des Talmud richtiges Benehmen erlernen sollte. Zurück im Sündenpfuhl Manhattan, kämpfte Shalom weiter mit Gott, brach immer wieder alle Regeln und geißelte sich selbst. Einmal legte er mit seiner Frau Orli über zwanzig Kilometer zu Fuß zurück, um die New York Rangers im Madison Square Garden spielen zu sehen — es war Schabbat und daher den beiden nicht gestattet, ein Taxi oder einen Bus zu besteigen. Die Rangers verloren. Um Gott zu bestrafen, aßen beide nach dem Spiel zwei fette Hot Dogs, mit viel Senf und extra unkoscher ... 

 

© Buchvorlage Berlin Verlag 2008


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Eine Vorhaut klagt an


ISBN 978-3-86847-107-6

6 CDs | 464 Minuten

 

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Pressestimmen

"Einer der unterhaltsamsten und bewegendsten belletristischen Titel dieses Herbstes"

Wolfgang Höbel, DER SPIEGEL (42/08)

 

“Es ist Auslanders eigene Geschichte, die er da erzählt, und so liest sie sich dann auch: Satz für Satz ist für ihn Selbstverteidigung; Satz für Satz verabschiedet er sich von seiner Familie, seiner Herkußnft, seinem Glauben; Satz für Satz befreit er sich und sucht den, der er sein könnte. Er reitet sein eigenes Leben über die Klippe, um sich zu retten – und gerade dieses doppelte schreiberische und biografische Risiko macht das Buch so aufregend, gibt der Sprache ihr atemloses Stakkato, zieht den Leser mit, manchmal bis über den Abgrund, der das Leben jedes Menschen ist.“

DIE ZEIT, 31/2008